Das Kopfschmerztagebuch, das dein Neurologe wirklich sehen will. Kostenlos zum Ausdrucken.

Von Alejandro

Die meisten Vorlagen für ein Kopfschmerztagebuch im Netz taugen wenig. Entweder sind sie mit 30 Feldern überladen, die niemand ausfüllt, oder so knapp, dass sie deinem Neurologen nichts sagen.

Hier ist die Vorlage, die über 400 erfasste Attacken und drei verschiedene Neurologen überstanden hat. Kostenlos zum Ausdrucken. Die sieben Felder, die eine Diagnose oder Behandlung wirklich voranbringen – und sonst nichts. Du kannst sie als Kopfschmerztagebuch, Migränetagebuch oder Kopfschmerzkalender nutzen.

Die Vorlage

Drucke diese Seite aus (Cmd+P / Strg+P) oder übertrage die Struktur in ein Notizbuch. Eine Zeile pro Attacke.

FeldWas du einträgst
DatumTT.MM.JJJJ
BeginnUngefähre Uhrzeit, ab der der Schmerz spürbar war (z. B. 14:30)
EndeWann der Schmerz unter 3/10 gefallen ist – leer lassen, wenn er noch anhält
Stärke (max.)0–10. 0 = kein Schmerz. 10 = nicht mehr handlungs- oder sprechfähig
OrtLinks, rechts, beidseitig, Stirn, Hinterkopf, hinter dem Auge
SymptomeAnkreuzen: Aura, Übelkeit, Erbrechen, Licht, Lärm, Gerüche, Schwindel
Auslöser (letzte 24 h)Schlafstunden · Stress 1–5 · Alkohol · Mahlzeit ausgelassen · Zyklus · Wetter (Luftdruckabfall?) · Bildschirmzeit
MedikamentName · Uhrzeit · Dosis · gewirkt? (J/N/teilweise)
NotizenAlles andere (höchstens ein Satz)

Das war’s. Neun Spalten passen in eine Zeile. Ein Tagebuch mit 30 Attacken ist eine A4-Seite, Vorder- und Rückseite.

Druckbares Layout

Ein Kopfschmerztagebuch für drei Monate passt auf zwei A4-Seiten. So sieht das Layout aus:

┌─────────────────────────────────────────────────────────────────────────┐
│ KOPFSCHMERZTAGEBUCH — Seite 1 / Monat 1–2                               │
├──────┬───────┬──────┬──────┬───────┬──────────┬───────────┬─────────┬──┤
│Datum │Beginn │ Ende │Stärke│  Ort  │ Symptome │ Auslöser  │ Medik.  │N │
├──────┼───────┼──────┼──────┼───────┼──────────┼───────────┼─────────┼──┤
│      │       │      │      │       │          │           │         │  │
│      │       │      │      │       │          │           │         │  │
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└──────┴───────┴──────┴──────┴───────┴──────────┴───────────┴─────────┴──┘

Als PDF speichern: Cmd+P (oder Strg+P) und „Als PDF sichern“ wählen. Die meisten Browser übernehmen das Tabellenlayout sauber.

Wenn du lieber auf Papier verzichtest: Migra erstellt automatisch einen persönlichen PDF-Bericht aus deinen erfassten Attacken. Die Druckvorlage ist für alle, die bei Papier bleiben wollen.

Warum jedes Feld zählt

Überspring diesen Abschnitt, wenn du nur die Vorlage wolltest. Lies ihn, wenn du verstehen willst, was in jedes Feld gehört – denn das ist der Unterschied zwischen einem Tagebuch, das dein Neurologe höflich überfliegt, und einem, mit dem er wirklich arbeitet.

Datum und Uhrzeit

Sie dienen einem Zweck: Muster erkennen. Dein Arzt will sehen, ob Attacken an bestimmten Wochentagen gehäuft auftreten (Stressmigräne = Montag, Wochenendmigräne = Samstag), zu bestimmten Zeiten im Monat (zyklusabhängig = vor der Periode) oder in bestimmten Jahreszeiten (druckempfindlich = Herbst- und Frühjahrsstürme).

Ein Tagebuch mit Datum, aber ohne Uhrzeit ist nur halb nützlich. Die Uhrzeit des Beginns zeigt Zusammenhänge mit Schlaf („Attacken beginnen immer in den ersten zwei Stunden nach dem Aufwachen“) oder Wetter („Beginn vier Stunden nach dem Luftdruckabfall“). Eine Genauigkeit von etwa einer Stunde reicht.

Maximale Stärke (0–10)

Die Stärke entscheidet über die Behandlung. Wenn dein Neurologe überlegt, ob eine Prophylaxe oder ein CGRP-Antikörper sinnvoll ist, will er wissen: Sind das Vierer, die du wegsteckst, oder Achter, bei denen nichts mehr geht?

Die Skala von 0 bis 10 ist international üblich und passt zur Bewertung im MIDAS-Fragebogen. Deine Daten sprechen damit dieselbe Sprache wie die Forschung.

Ort des Schmerzes

Dieses Feld unterscheidet oft Kopfschmerzarten. Immer links oder immer rechts kann auf einen peripheren Auslöser hindeuten (Kiefergelenk, Okzipitalnerv). Schmerzen hinter dem Auge werfen die Frage nach Clusterkopfschmerz auf, der wie Migräne aussehen kann, aber ganz anders behandelt wird.

Sind deine Kopfschmerzen beidseitig und drückend, handelt es sich vielleicht um Spannungskopfschmerzen statt Migräne – das kommt häufig vor und ist es wert, angesprochen zu werden. Nach 30 und mehr Einträgen zeigt das Feld „Ort“ ein klares Bild.

Symptome

Diese vier solltest du konsequent erfassen:

Zusammen mit dem Schmerzcharakter gehören diese Symptome zu den ICHD-3-Kriterien, mit denen Migräne diagnostiziert wird. Fehlen sie, kann es sich um Spannungskopfschmerz oder eine andere Kopfschmerzart handeln.

Auslöser (letzte 24 Stunden)

An diesem Feld scheitern die meisten Tagebücher. Viele schreiben „Stress“, ohne Details, und schauen nie wieder in die Daten. Die Lösung: konkrete, zählbare Dinge erfassen.

Nach 30 erfassten Attacken kannst du Zusammenhänge prüfen. Das Muster, das dann auftaucht, ist selten das, das du vermutet hast.

Medikamente (und ob sie gewirkt haben)

Dieses Feld zeigt deinem Arzt, ob deine aktuelle Behandlung funktioniert. Ohne diese Angabe ist es schwer, eine wirksamere Therapie zu begründen.

Erfasse:

Das Medikamentenfeld hat noch einen zweiten Zweck: Es macht Medikamentenübergebrauch sichtbar. Wer an 10 oder mehr Tagen im Monat Triptane oder an 15 oder mehr Tagen einfache Schmerzmittel nimmt, riskiert einen medikamenteninduzierten Kopfschmerz – und merkt es ohne Aufzeichnungen meist erst, wenn die Kopfschmerztage schon zunehmen.

Häufige Fehler

Drei Muster sehe ich in schlecht geführten Tagebüchern immer wieder:

  1. Nur die schlimmen Tage eintragen. Das verzerrt die Daten in Richtung schwerer Attacken. Ein Vierer-Tag mit Ibuprofen, an dem du trotzdem gearbeitet hast, zählt – trag ihn ein.
  2. Die Frage „Hat es gewirkt?“ auslassen. Genau diese Antwort ist der Sinn des Eintrags.
  3. Während der Attacke schreiben wollen. Lass es. Trag alles direkt nach der Attacke ein, solange es frisch ist. Notiere während der Attacke höchstens zwei Wörter („Beginn 14:30“) und ergänze den Rest später. Einträge mitten in der Attacke sind der häufigste Grund, warum Menschen ihr Tagebuch aufgeben.

Wann der Wechsel vom Papier zur App sinnvoll ist

Nach drei Monaten. Oder in dem Moment, in dem du nicht mehr weißt, ob du einen Tag schon eingetragen hast.

Der Vorteil von Papier – kein Akku, keine App, die man mitten in einer Migräne öffnen muss – verblasst nach ein paar Monaten, weil du auf Papier keine Zusammenhänge auswerten kannst. Du hast dann einen Stapel guter Rohdaten und keine Möglichkeit, die Muster darin zu finden.

Wenn du die digitale Variante mit automatischer Auswertung von Wetter, Schlaf und Medikamenten suchst, findest du einen Überblick in unserem Vergleich der Migräne-Apps.

Was du heute Abend tun kannst

Drucke diese Seite aus (oder übertrage die sieben Felder in ein Notizbuch). Trag morgen früh den Kopfschmerz – oder den kopfschmerzfreien Tag – von heute ein. Auch Tage ohne Attacke sind wertvoll: Sie sind die Basis, vor der Attacken überhaupt erst sichtbar werden.

In drei Monaten weißt du entweder, was deine Auslöser sind, oder du weißt, welche Felder deinem Tagebuch fehlen. Beides ist ein Gewinn.

Häufige Fragen

Was gehört in ein Kopfschmerztagebuch?

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Sieben Felder decken 95 % dessen ab, was dein Neurologe braucht: Datum und Uhrzeit des Beginns, Ende der Attacke, maximale Stärke (0–10), Ort des Schmerzes, wichtige Begleitsymptome (Aura, Übelkeit, Licht- und Lärmempfindlichkeit), mögliche Auslöser der letzten 24 Stunden und eingenommene Medikamente samt Wirkung. Alles andere ist Dekoration.

Wie lange sollte ich ein Kopfschmerztagebuch führen?

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Drei Monate sind der Standard. Der MIDAS-Fragebogen bewertet die letzten 90 Tage, und mit drei Monaten Daten kann dein Arzt Häufigkeit, Muster und Medikamentenverbrauch zuverlässig einschätzen. Bei seltener Migräne (unter 8 Tagen im Monat) reichen oft zwei Monate.

Ist ein Kopfschmerztagebuch auf Papier so gut wie eine App?

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Für die ersten ein bis zwei Monate ja – Papier funktioniert und wird nicht vergessen. Danach gewinnen Apps, weil sie Auslöser wie Luftdruck, Schlaf und Zyklus automatisch auswerten, was auf Papier kaum möglich ist. Das beste Tagebuch ist das, das du jedes Mal ausfüllst.

Was ist der Unterschied zwischen Kopfschmerztagebuch, Migränetagebuch und Schmerztagebuch?

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Ein Kopfschmerztagebuch erfasst alle Kopfschmerzen (Spannungskopfschmerz, Migräne, Cluster). Ein Migränetagebuch konzentriert sich auf Migräneattacken. Ein Schmerztagebuch ist allgemeiner und wird auch für Rücken- oder Gelenkschmerzen genutzt. Solange die Diagnose noch offen ist, erfasse alle Kopfschmerzen und lass deinen Arzt sortieren.

Warum ist das Medikamentenfeld so wichtig?

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Weil es Medikamentenübergebrauch sichtbar macht. Wer an 10 oder mehr Tagen im Monat Triptane oder an 15 oder mehr Tagen einfache Schmerzmittel nimmt, riskiert einen medikamenteninduzierten Kopfschmerz. Ohne Tagebuch bemerkt das fast niemand rechtzeitig.

Quellen

  1. American Migraine Foundation — Headache Diary
  2. Stewart et al., 2001 — MIDAS validity (3-month reference period)
  3. ICHD-3 — 8.2 Medication-overuse headache